Sex, Liebe und die Suche nach Sinn

Spirituell gefärbte Gedanken und Geschichten zur Evolution der Liebe

Ein Mythos bröckelt

2 Kommentare

Neulich habe ich M kennengelernt, die Frau eines Freundes. Sie erzählte, dass sie an einem sehr renommierten College Psychologie unterrichtet und nebenbei Therapeutin für Paare ist. „Ich langweile mich aber,“ sagte sie, „ich bin bereit für etwas Neues.“

Ich war natürlich ganz Ohr und fragte sie gleich, warum. Sie sagte, dass sie sich für die Details der Auseinandersetzungen zwischen Partnern nicht mehr interessiere. „Letztendlich laufen die Probleme immer auf die Frage des Vertrauens hinaus, und so einzigartig wie wir vielleicht selbst unsere Schwierigkeiten wahrnehmen, so universell und unpersönlich sind sie.“

Dann fügte sie noch etwas hinzu:

„Es ist sicher schon wichtig, wen wir uns für eine Beziehung aussuchen. Aber letztendlich, ehrlich gesagt, ist es viel weniger bedeutsam als man denkt. Es spielt keine so große Rolle.“

Ich hatte noch nie jemanden aus dem therapeutischen Umfeld so sprechen hören. Mein Herz machte einen richtigen Sprung, weil so viel Freiheit mit dieser Einsicht möglich wird. Freiheit und Entspannung.

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2 Kommentare zu “Ein Mythos bröckelt

  1. Liebe Ulrike,

    dieser Beitrag hinterlässt ein etwas schales Gefühl in mir.
    Wer eine solche Bemerkung macht wie diese Frau, hat wirklich den Beruf verfehlt als Therapeutin.
    Es ist natürlich eine Binsenweisheit, dass fast alle Probleme auf fehlendem Vertrauen basieren. Was heißt das? Man könnte statt Vertrauen auch Liebe sagen. Und wo es keine echte Liebe und kein Vertrauen gibt, da gibt die Angst den Ton an. Und diese Ängste, die uns in unserem Leben diese Probleme machen, haben bei jedem Menschen andere biographische Ursachen. Und deshalb ist es überhaupt nicht langweilig, diese zu ergründen und in einer guten therapeutischen „Liebes“-Beziehung aufzulösen. Aber dazu gehört voller Einsatz des Therapeuten, und nicht eine Tätigkeit nebenher eines Dozentenjobs an einem renommierten College.
    Überhaupt ist der Ansatz der Paartherapie nicht erfolgsversrpechend, weil man dabei nur an der Oberfläche kratzen kann und die beiden Menschen vielleicht auf die Spur ihrer eigenen Verletzungen bringen kann. Lösen kann das jeder nur für sich alleine, und dann funktioniert auch die Beziehung.
    Sagen ließe sich noch viel dazu, nur soviel: es gibt wenig gute Therapeuten, die wissen, worauf es ankommt.

    Herzliche Grüße

    Norbert Beiter

  2. Lieber Norbert, vielen Dank für deinen Kommentar, ich kann deine Kritik gut verstehen. Sie hat auch meinen Blickwinkel erweitert und ich glaube auch, dass für sehr viele Menschen, das, was du beschreibst, auch der richtige Weg ist und es viel von einem Therapeuten verlangt. Ich kam in meiner Reaktion eher von meiner eigenen Erfahrung, dass die biografischen Unterschiede, von denen du sprichst, sich sehr relativierten bzw. ihre Beschränkungen sich aufweichten, als ich grundlegendes, wie die Frage eines fundamentalen Vertrauens an erste Stelle setzte – Vertrauen ins Leben, eigentlich, in die Natur des eigenen Selbst und dann eben auch in den Partner. Weil meine ‚Entwicklungs-Laufbahn‘ mit der spirituellen Suche begann, haben sich in der Erkenntnis der tiefen Einheit, die das Leben ist, biografische Besonderheiten in ein sehr großes, unpersönliches Bild eingefügt, werden darin gehalten und sind, in all ihrer Schönheit und ihrem Schmerz anders wahrnehmbar. Und ja, M hat ihre Praxis aufgegeben, und fängt etwas neues an. Nochmals ganz vielen Dank!

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