Sex, Liebe und die Suche nach Sinn

Spirituell gefärbte Gedanken und Geschichten zur Evolution der Liebe

Lehrer und Lehren

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In meinem Buch schreibe ich viel darüber, wie tief der Einfluss meiner spirituellen Lehrer auf mich war. Besonders Barry Long und Andrew Cohen haben mir einen Einblick gewährt in eine Dimension des Seins, die ich allein schon geschmeckt hatte, aber der ich nicht zu vertrauen wagte oder die ich nicht zu deuten wusste.

Gleichzeitig haben alle drei letztendlich Dinge getan und gesagt, die ihre Integrität zumindest in Frage gestellt haben, so dass wir als Schüler letztlich auf uns selbst gestellt waren mit der Frage, welche Bedeutung diese Erfahrungen oder Einsichten hatten und haben. Dies kann schmerzhaft und schwierig sein, aber auch dazu führen, sich das, was diese Lehrer vermittelt haben, auf eine ganz neue Art wirklich zu eigen zu machen.

Dabei muss ich auch willens sein, mich zu fragen, ob die Zeit mit diesen Lehrern, auf der Suche nach einem weiteren und tieferen Bewusstsein, verlorene Mühe war. Manchmal, wenn ich mit Menschen bin, die sich nie besonders um Spiritualität geschert haben, die demütig, stark und liebevoll sind, wird mir schmerzhaft bewusst, dass die spirituelle Suche auch etwas sehr narzisstisches sein kann. Letztlich kommt es darauf an, wer wir als Menschen sind – nicht darauf, was für Erfahrungen wir gemacht haben.

Gleichzeitig kann ich sagen, dass mich diese Erfahrungen haben reifen lassen. Anders oder mehr als ein Leben ohne Lehrer? Das werde ich nie erfahren. Und wieder kommt es letztlich darauf an, wie ich mit diesen Erfahrungen umgehe, jetzt, in diesem Moment und in allen kommenden.

Denn das ist vielleicht das wichtigste, das ich gelernt habe: Verantwortung für mich, für mein Leben zu übernehmen. Auch wenn die Lehrer Fehler gemacht haben – ich war es, die sich ihnen anschloss, ich war es, die meine Erlebnisse auf eine Art und Weise gedeutet hat, die mir Sinn machten. In der großen weiten Welt der unendlichen Möglichkeiten müssen wir uns immer dafür entscheiden, wie wir unsere Erfahrungen deuten. Meist geschieht das völlig unbewusst, an den Maßstäben unserer Kultur entlang. Immer orientieren wir uns dabei auch an anderen, mögen es Eltern, Revolutionsführer, Politiker, Geistliche oder Freunde sein. Wir leben nicht in einem Vakuum.

Diese Entdeckung des Willens, der Agenz, der Eingenständigkeit ist paradoxerweise das große Geschenk der Lehrer, das von ihrem Stolpern unangetastet bleibt. Es ist sicher mehr, als von vielen anderen Menschen erwartet werden kann.

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