Sex, Liebe und die Suche nach Sinn

Spirituell gefärbte Gedanken und Geschichten zur Evolution der Liebe

Das Opfer opfern

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Als Nelson Mandela letztes Jahr starb, war das für mich und viele meiner Freunde ein Moment zum Innehalten. Ein neuer Film kam heraus über ihn und die vielen Nachrufe und Reden machten noch einmal ganz deutlich klar, welch ein ungewöhnlicher, komplizierter Mann gestorben war, dessen anhaltender Nachlass seine herausragende Integrität sein würde und sein Weigern, sich in der Opferrolle zu sehen.

Ich denke oft darüber nach, was diese Haltung bedeutet. Nicht in den extremen Umständen eines Lebens in Gefangenschaft, Folter und Demütigung, dass ich nie erfahren musste, sondern jetzt, hier, in den beschützten, komfortablen und gesegneten Umständen meines Lebens. Hier verkriecht sich das Opfersein gern in die psychologische Sphäre, die tiefen dunklen Falten des Feingefühls, der Sensibilität. Das Gefühl der Ohnmacht, Schwäche, Hilflosigkeit oder Verletztheit kann tief sitzen und so gerechtfertigt aussehen für das sensible Selbst – das gleiche Selbst, dass sich so von Nelson Mandela inspiriert fühlt und ihn als wirklichen Helden sieht.

Wie passt das zusammen? Monatelang war ich auf eine Freundin sauer, weil sie mich ganz offensichtlich vermied. Sie schuldete mir Geld und wollte mit der ganzen Sache nichts zu tun haben, also hörte ich nichts von ihr. Ich hatte jedes Recht, sauer zu sein, eigentlich, schließlich war sie es, die eine Trennwand zwischen uns schaffte. Eigentlich…..denn wirklich Opfer ihrer Unklarheit war ich nicht.

Aus welcher Quelle schöpft ein Mann wie Nelson Mandela, wenn er seine Gefängniswärter einlädt, bei der Feier zu seinem Amtsantritt als Präsident ganz vorn zu sitzen? Auch wenn es unmöglich ist, sich mit irgend jemandem, geschweige denn einem Mann wie ihm zu vergleichen, ich kenne den Duft der Tiefe aus der so eine Entscheidung kommen kann.

Daran dachte ich, als ich und meine Freundin uns schließlich zusammen setzten. Sie sagte sehr schnell, dass sie mich wissentlich vermieden hatte und sofort war die Luft nicht nur rein zwischen uns (ein wunderschöner Ausdruck), sondern wir waren beide viel tiefer als vorher gewahr wie einfach und gleichzeitig wie schwer es sein kann, am Guten ineinander und in uns selbst festzuhalten.

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