Sex, Liebe und die Suche nach Sinn

Spirituell gefärbte Gedanken und Geschichten zur Evolution der Liebe

Tradition heute

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Letztes Wochenende habe ich mich mit sieben anderen Frauen in einer fantastisch inspirierenden Diskussion mit der Frage auseinander gesetzt, in wie weit und auf welche Weise die traditionelle Geisteshaltung in uns post-modernen Frauen lebendig ist. Wir wollten uns anschauen, wie uns diese alten Denk- und Verhaltensmuster immer noch bestimmen und uns vielleicht auch zurückhalten davon, mehr Risiko einzugehen und Verantwortung zu übernehmen.

Obwohl ich mich seit Teenagerzeiten als Feministin bezeichnet habe, liebte ich es plötzlich, als ich nach dreizehn Jahren allein wieder in einer Beziehung war, meinem Mann zum Beispiel beim Sex die Initiative zu überlassen, ihn bei Entscheidungen immer zuerst zu fragen, ihm das Essen zu servieren und den Tee aufzugieβen . Obwohl mir auffiel, wie eigenartig es war, dass ich so leicht in solche Muster schlüpfte,  wo ich doch Jahre angenommen hatte, mich davon lösen zu wollen,  fühlte ich bei all diesen Dingen eine richtige Zufriedenheit, Sicherheit,  fast so etwas wie das Gefühl, nach Hause zu kommen – etwas in mir war erleichtert, so eine Rolle zu erfüllen.

Ich kenne nämlich, genauso wie viele andere Frauen, mit denen ich spreche, auch eine groβe Unsicherheit darüber, wie meine Rolle eigentlich aussehen soll in einer Welt, die immer noch zu einem groβen Teil von Männern bestimmt wird und dringend den Beitrag von erwachten, starken Frauen braucht.  Bevor wir das herausfinden können, das erkannten wir, mussten wir uns klar darüber werden, wie sehr wir von oft unbewussten und veralteten Denkmustern bestimmt sind. Wir kamen ziemlich schnell zu der Schlussfolgerung, dass es uns sehr leicht fällt, in einer guten Beziehung und mit sinnvoller Arbeit sehr erfüllt und glücklich zu sein, ohne unsere eigene Kreativität oder Weiterentwicklung energetisch zu verfolgen. Es ist, kurz gesagt, leichter, den Boden zu fegen, als diesen Blog zu schreiben.

Wir alle haben in tiefen spirituellen Erfahrungen einen Teil von uns entdeckt, der sich auf gar keinen Fall mit solchen Rollenspielen begnügen möchte. Der sehr frei ist und kreativ und dennoch zögern wir oft, wenn es darum geht, uns einzumischen in eine Welt, die von Männern gestaltet wurde.

Es war unglaublich befreiend, all dies gemeinsam zu besprechen und zu sehen, wie gern wir an Verhalten festhalten, die wir intellektuell längst als veraltet erkennen, von denen wir gefühlsmäßig und oft unbewusst aber immer noch gesteuert werden.

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