Sex, Liebe und die Suche nach Sinn

Spirituell gefärbte Gedanken und Geschichten zur Evolution der Liebe

(Nicht) zum Aushalten!

Ein Kommentar

Heute gehen mir die Worte meiner älteren Familien Mitglieder immer wieder durch den Kopf: „ …., das kann ich gar nicht aushalten!“ Dabei geht es immer um andere Menschen, deren Art einem zu viel ist und mit denen man nicht klar kommt. Oder um das Leben an sich.

Meine Eltern, Onkel und Tanten sind im zweiten Welt-Krieg aufgewachsen, und ich habe mich oft gefragt, ob die Sensibilität, die sich in diesem Satz ausdrückt, vielleicht daher stammt. Es gibt da relativ wenig Toleranz fürs Unbequeme. Beide meine Eltern werden sehr schnell über-emotional, und das gleiche habe ich auch von anderen Freunden gehört.

Ich bin zunächst einfach und unbewusst in ihre Fuss-Stapfen getreten, und habe mich immer dann einfach von jemandem getrennt oder zumindest zeitweise zurückgezogen, wenn ‚es’ mir ,zuviel‘ wurde. Diese Angewohnheit habe ich sehr selten hinterfragt, meine Gefühle waren das A und O meiner Entscheidungen.

Nach Jahren intensiven Zusammenlebens mit vielen spirituellen Brüdern und Schwestern, bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass man, wenn man wirklich gemeinsam mit anderen etwas aufbauen will, tatsächlich einiges aushalten muss. Zumindest wenn es darum geht, die üblichen Schranken zwischeneinander zu hinterfragen und Raum für etwas Neues zu schaffen. Und warum auch nicht – die Andern müssen ja auch mich aushalten! Wobei das leichter gesagt, als getan ist.

Aber die Alternative ist, dass sich jeder auf seine kleine Insel zurückzieht und dort ein Leben lebt, das man ‚aushalten kann’. Nicht besonders aufregend, aber vielleicht Aufschluss gebend, über eine tiefe Unterströmung in unserer Kultur.

Im Moment bin ich wieder an so einem Punkt angelangt, wo es richtig was auszuhalten gibt in meiner Beziehung, und wo es schwer ist, klar zu sehen, wieviel Raum ich geben soll, wieviel ich aushalten soll, und wo ein Strich zu ziehen ist.

So oder so, ich bin kein Opfer der Situation. Das Gefühl, ein Opfer zu sein, ist immer die Grundlage des Gefühls, das man etwas nicht aushalten kann. Also lebe ich erstmal mit einem Fragezeichen und dieser Wahrheit – ein Opfer bin ich nicht.

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Ein Kommentar zu “(Nicht) zum Aushalten!

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