Sex, Liebe und die Suche nach Sinn

Spirituell gefärbte Gedanken und Geschichten zur Evolution der Liebe

Uns in Ruhe lassen….

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Letztes Wochenende hatte ich das grosse Glück, einen Vortrag  Andrew Cohens zum Thema Beziehungen zu hören. Der Anlass war eine Feier zu Ehren sechs seiner Schüler, die sich entschlossen hatten, verbindliche Beziehungen einzugehen. Ich würde am liebsten den ganzen Vortrag hier aufladen, aber muss mich erst einmal mit einem bestimmten Aspekt begnügen, den auch eine Freundin auf der englischen Version dieses Blogs angesprochen hat. Der Kontext hier, nur zur Erinnerung, ist eine Lehre bewusster Evolution und unterscheidet sich von, sagen wir, einem psychologischen, oder traditionell spirituellen, in denen wir Beziehungen anders deuten würden.

Hier ist ein kurzer Video Ausschnitt des Vortrags.

Meine Freundin schreibt also, dass ihr in ihrer Beziehung klar wird, dass wir nicht dazu da sind, uns gegenseitig zu erfüllen. Und Andrew erklärte in seinem Vortrag, dass sich dies darin ausdrückt, dass wir einander in Ruhe lassen können. Er sagte, wir sollten nicht annehmen, dass wir die Interiorität des Anderen kennen würden. Das ist ein Riesen Punkt, denn wenn wir erst einmal ein Bett und ein Waschbecken teilen, nehmen wir oft an, dass wir wissen, was sich im Kopf, im Herzen und in der Seele des Anderen abspielt, wenn wir in Wirklichkeit keine Ahnung haben. Es war erleichternd, Andrew das sagen zu hören. Ich ertappe mich so oft dabei, alle möglichen Interpretationen in das Schweigen, die Handlungen oder Entscheidungen meines Partners zu lesen. Zu neunzig Prozent stellt sich das dann als angstvolle Projektion oder arrogante Schlussfolgerung heraus und mir wird mulmig bei dem Gedanken, wie oft ich all dies ohne nachzudenken in die Gegend zu schleudern pflegte, und so ihn, und andere zwang, damit umzugehen. Inzwischen stelle ich immer wieder fest, dass es keinen Grund zur Sorge gab, dass er sein inneres Leben im Griff hat und ich mich schlicht darin üben muss, still zu bleiben, und den ständigen Drang aufzugeben, mich verbunden ‚fühlen‘ zu wollen, wenn wir es in Wirklichkeit schon sind. Sehr ungewohnt, aber auch stärkend, vertrauensbildend und erfrischend!

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