Sex, Liebe und die Suche nach Sinn

Spirituell gefärbte Gedanken und Geschichten zur Evolution der Liebe

Emanzipierte Liebe

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Ist euch schon mal aufgefallen, wie leicht es uns post-modernen Töchtern der Frauenbewegung fällt, zu kontrollieren, den Weg anzugeben, selbstbewusste und selbst-bestimmte und nicht selten auch ziemlich dominierende Typen zu sein? Frauen hatten immer schon ihre Art, das zu bekommen, was sie wollten, aber als ich nach dreizehn Jahren allein wieder eine Beziehung begann, war ich ziemlich überrascht zu sehen, wie schnell ich bereit war, die Verantwortung zu übernehmen, meinen Mann herum zu kommandieren, manchmal ganz offen, manchmal flirtend, und im allgemeinen ziemlich sicher zu sein, dass ich wusste, wo es lang ging. Ohne Zweifel das Resultat der letzten vierzig Jahre, in denen Frauen ihren Weg in der Welt gefunden haben, Gott sei Dank! Aber es ist auch ironisch, denn einer der Gründe dafür, wieder mit einem Mann zusammen zu leben, war die Erkenntnis, dass tiefe Beziehungen eine mysteriöse Komponente haben und von uns verlangen, eben nicht alles schon zu wissen, zuzuhören und rezeptiv zu sein. Leichter gesagt, als getan. Aber auch unheimlich spannend, insbesondere weil die allgemeine Geschichte der Beziehungen zwischen Männern und Frauen nicht gerade von Vertrauen, Freundschaft und dem Interesse am Potenzial des oder der Geliebten geprägt war.

Übrigens haben post-moderne Männer, das lerne ich auch, mit ihren eigenen Herausforderungen zu kämpfen, um neue Wege zu finden, mit diesen befreiten und selbstsicheren Frauen, uns, zusammen zu sein. Dazu hier ein fantastischer Artikel (in Englisch).

Es ist wie ein Akt auf dem Schwebebalken, oder ein Gang über Boden, den ich selbst noch gar nicht sehen kann: nicht in die altbewährten Mechanismen der Manipulation oder der gespielten Unterwerfung zurück zu fallen, ehrlich und direkt zu sein und gleichzeitig offen dafür zu sein, herauszufinden, was wirkliche Männlichkeit eigentlich ist (klar, ich dachte, ich weiss auch das schon!) und was sie geben kann.

Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Was motiviert mich hier? Ist es der Wunsch, wirklich zusammen, vereint zu sein? Oder liegt es mir, egal wie subtil, daran, recht zu haben, überlegen zu sein, immer schon zu wissen, was richtig ist?

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